Die Pflege des Fingerhuts: Ein Leitfaden für den heimischen Garten

Die Pflege des Fingerhuts: Ein Leitfaden für den heimischen Garten

Die Pflege eines Fingerhuts ist eigentlich recht einfach und besteht hauptsächlich darin, die Pflanze ihren eigenen Weg gehen zu lassen. In diesem Leitfaden wird erläutert, wie man den Fingerhut im Garten unterstützen kann und welche Sorten besonders empfehlenswert sind.

Fingerhut und seine natürlichen Vorlieben

Der Fingerhut, auch bekannt als Digitalis purpurea, ist eine Pflanze, die gerne im Halbschatten wächst. Sie hat einen schlanken Wuchs und ist bekannt für ihre schöne, auffällige Blütenpracht. Aber Vorsicht ist geboten, denn der Fingerhut ist eine sehr giftige Pflanze und sollte daher mit Bedacht und unter Berücksichtigung der Sicherheit im Garten platziert werden.

Die ideale Umgebung für den Fingerhut

Wenn man überlegt, wo der Fingerhut in der Natur am häufigsten vorkommt, wird schnell klar, dass er am besten in halbschattigen, humusreichen und nährstoffreichen Böden gedeiht. Eine Lage, die vergleichbar mit dem Rand eines Waldes ist, wäre ideal. Dabei kann Kompost und eine lockere Laubdecke Wunder wirken und den Boden optimal vorbereiten. Trotz seiner Vorliebe für feuchte Standorte ist der Fingerhut jedoch erstaunlich trockenheitstolerant.

Die Pflege des Fingerhuts

Nachdem der Fingerhut einmal angewachsen ist, benötigt er kaum noch Pflege. Er wächst praktisch von alleine und ist eine robuste Pflanze, die in der Regel weniger von Nacktschnecken heimgesucht wird und nur wenig Bewässerung benötigt. Wenn man die Aussaat nicht begünstigen möchte, besteht die einzige Arbeit darin, die verblühten Samenstände zu entfernen.

Effektvolle Platzierung und passende Pflanzenpartner

Eine effektvolle Platzierung des Fingerhuts ergibt sich vor einem dunklen Hintergrund, damit seine schönen Blüten besonders zur Geltung kommen. Da er eine lange Pfahlwurzel ausbildet, eignet er sich besonders für Standorte vor Gehölzen oder unter Bäumen. Als passende Begleitpflanzen empfehlen sich Gewächse wie das Purpurglöckchen (Heuchera), Funkien (Hosta), Storchschnäbel (Geranium) oder der Frauenmantel (Alchemilla). Mittelhohe Pflanzenpartner könnten Akeleien (Aquilegia), Prachtspieren (Astilbe) und Glockenblumen (Campanula) sein.

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Die Pflanzzeit des Fingerhuts: Anfangs selber pflanzen, später Selbstaussaat

Um das Thema Pflanzung und Pflanzzeit des Fingerhuts zu verstehen, muss man seinen Lebenszyklus kennen: Fingerhüte wachsen zweijährig, können bei optimalen Bedingungen aber auch wie kurzlebige Stauden wachsen. Im ersten Jahr nach der Aussaat bildet die Pflanze eine winterharte Blattrosette, im zweiten Jahr kommt sie zur Blüte. Sie versamt sich anschließend, es entsteht eine neue Blattrosette, die wiederum im Folgejahr blüht. Dieser Zyklus wiederholt sich immer wieder.

Die Aussaat des Fingerhuts

Die Pflanze kann entweder in diesem Jahr selbst ausgesät und im nächsten Jahr zur Blüte gebracht werden. Die optimale Zeit für die Aussaat ist von Juni bis August. Aufgrund der Pfahlwurzel sollte direkt am endgültigen Standort ausgesät werden, um ein Umpflanzen zu vermeiden.

Die Anschaffung von blühfertigen Pflanzen

Die Alternative zur Aussaat ist der Kauf von „blühfertigen Pflanzen“, bei denen die Gärtnerei die einjährige Vorarbeit bereits erledigt hat. Diese können gepflanzt werden, sobald sie angeboten werden. Wenn später die Sämlinge im Garten auftauchen, können sie im frühen Stadium sehr gut aufgenommen und an die gewünschten Stellen umgepflanzt werden. Für einen schönen Effekt bietet es sich immer an, mehrere Exemplare zusammenzusetzen.

Empfehlenswerte Fingerhut-Arten und -Sorten

Die Wildform Digitalis purpurea ist der Klassiker unter den Fingerhüten. Sie blüht im Juni und Juli in Rosa bis Pink und erreicht eine Höhe von rund 120 bis 140 cm. Es gibt jedoch auch zahlreiche Zuchtformen in verschiedenen Farben, wie zum Beispiel ‚Gloxiniaeflora‘ mit größeren Blüten, ‚Pam’s Choice‘ in Weiß mit weinroten Tupfen oder ‚Apricot‘ in der namensgebenden Farbe.

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Weitere empfehlenswerte Fingerhut-Arten

Empfehlenswert ist auch der heimische, strahlend hellgelbe Fingerhut Digitalis grandiflora, der von Juni bis August blüht und mit rund 100 cm etwas kleiner bleibt als Digitalis purpurea. Eine weitere attraktive Art ist der Rostbraune Fingerhut Digitalis ferruginea aus Südosteuropa, der mit seinen mattgelben bis gelbbraunen Blüten, die sehr dicht beieinanderstehen, eine echte Erscheinung ist.

Schlussfolgerung

Der Fingerhut ist eine robuste, pflegeleichte Pflanze, die jedem Garten einen natürlichen Touch verleiht. Mit seiner auffälligen Blütenpracht ist er ein echter Hingucker und erfreut jeden Gartenbesitzer mit seiner Langlebigkeit und Widerstandskraft. Egal ob in der Wildform oder als Zuchtform, der Fingerhut ist eine Bereicherung für jeden Garten.

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